Donnerstag, 11. November 2010

Modernization made in Russia




Gastvortrag
Universität Passau

Modernization made in Russia.
Just another dream of global power?

Am 11. 11. 2010 um 18 Uhr im ITZ/IH Raum 017 Innstraße 43



Jewgenij Gontmacher
Management Board Member of the Institute of Contemporary Development in Moscow
Concurrently Mr. Gontmacher is Deputy Director of the Institute of World Economy and International Relations. In his numerous prior capacities he acted as Deputy Minister for Social Protection from 1993 to 1994, Head of Department within the Administration of the Russian Government from 1994-1995, Head of the Social Development Department of the Cabinet Apparatus from 1998-2003, Vice President of the Russian Union of Industrialists and Entrepreneurs from 2003-2004 and from 2006-2009 as Head of the Social Policy Center, the Institute of Economics and the Russian Academy of Sciences.

Falk Bomsdorf
Former bureau chief of the Friedrich Naumann Foundation for Freedom in Moscow from 1993 to 2009
After Mr. Bomsdorf graduated in Law, Slavic and East European Historical Studies, which he attended in Marburg, Munich, Bonn and Kiel, he commenced with a legal traineeship in Schleswig-Holstein and Berlin. He completed his postgraduate studies in Leningrad and Moscow from 1972-1973 by receiving his Ph.D., after which he joined the Ministry of Foreign Affairs from 1974-1977. From 1978-1993 Mr. Bomsdorf worked at the German Institute for International and Security Affairs of the Science and Politics Foundation in Ebenhausen. He has been living in Moscow since 1993.

Internet: www.rrg-passau.de                                 Email: kontakt@rrg-passau.de    

Tel: +49 176 800 79 715


Modernization made in Russia. Just another dream of global power?

Am 11. November 2010 organisiert die Thomas-Dehler-Stiftung zusammen mit der Hochschulgruppe „Russia Research Group“ eine Abendveranstaltung an der Universität Passau. Dr. Jewgenij Gontmacher, Vorstandsmitglied des Instituts für moderne Entwicklung (INSOR) in Moskau, sowie Dr. Falk Bomsdorf, ehemaliger Büroleiter der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit in Moskau von 1993 bis 2009, werden sich in Ihren Vorträgen mit dem Thema Modernisierung Russlands auseinandersetzen.

Modernisierung ist das Schlüsselwort der Amtsperiode von Dmitrij Medvedev. Seit der Rede des russischen Präsidenten zur Lage der Nation im Herbst 2009 ist der Begriff „Modernisierung“ in der politischen Debatte Russlands allgegenwärtig.

Was wird in Russland unter Modernisierung verstanden? Welche Formen, Konturen und Auswirkungen wird eine „Modernisation made in Russia“ mit sich bringen? Steht gar eine zweite Perestroika bevor, die das Land grundlegend verändert und letztendlich Demokratie und Rechtstaatlichkeit etabliert? Oder handelt es sich bei den Reformplänen nur um kosmetische Veränderungen, um die Macht der gegenwärtigen Elite zu festigen und zu legitimieren? Welche Chancen und Risiken ergeben sich durch die russischen Modernisierungsbemühungen in den Beziehungen zur EU oder im speziellen Deutschland? Antworten auf diese und andere Fragen erwarten wir uns an diesem Abend von unseren Referenten.

Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.

Dr. Jevgeni Gontmahher

Gäste










Dr. Bodo Wünsch

Andrej Schmidt






Alan Gazolajew


v.l.n.r. Dr. Neil Jackson, Dmitry Beteev,Alexander Pfaffengut, Andrej Schmidt, Hanna Stähle, Dr. Jevgeni Gontmahher, Christina Kaiser, Alan Gazolajew, Alexej Schmidt, Marianna Gurova, Dr. Bodo Wünsch, Andrii Andrew Khomulenko

Am 11.11.2010 fand in einer Kooperation zwischen der Passauer Hochschulgruppe Russia Research Group und der Thomas-Dehler-Stiftung, die Veranstaltung "Modernization made in Russia. Another dream of global power?" an der Universität Passau statt. Geladen waren die beiden Gastreferenten Dr. Gontmacher und Dr. Bomsdorf. Da Herr Dr. Bomsdorf aufgrund einer Verletzung nicht an dem Vortragsabend teilnehmen konnte, erklärte sich freundlicherweise Herr Bodo Wünsch, Geschäftsführer der Thomas-Dehler-Stiftung, damit einverstanden, Dr. Bomsdorfs Ausführungen zur Modernisierungskampagne in der Russischen Föderation stellvertretend vorzutragen. Dies erfolgte gleich im Anschluss an Dr. Gontmachers Ausführungen, gefolgt von einer rund 20-minütigen Diskussion mit dem Publikum. Herr Dr. Gontmacher beleuchtete in seinen Ausführungen alle relevanten Aspekte des in der Russischen Föderation stattfindenden Modernisierungsprozesses. Diese wurden nicht nur in ihrer Gesamtheit, den diversen Wirkungsweise und den zentralen Inhalten dargestellt, sondern auch kritisch hinterfragt. So bemängelte Dr. Gontmacher in einer seiner Thesen, dass es sich in Russland um eine sogenannte aseptische Modernisierung handele, also um eine Modernisierung, welche sich lediglich auf einzelne isolierte Bereiche beschränke. Auch die durch Herrn Wünsch in Vertretung für Dr. Bomsdorf vorgetragenen Überlegungen zur Modernisierung in Russland beleuchteten diesen Prozess kritisch. So plädierte Dr. Bomsdorf in seinen scharf beobachteten und pointierten Ausführungen vor allem für bessere politische Rahmenbedingungen als essentielle Grundlage für eine effektive und vor allem ganzheitliche Modernisierung in der Russischen Föderation. Die Möglichkeit, den Referenten im Anschluss an beide Vorträge direkte Fragen zu den vorgetragenen Thesen stellen zu können, nahmen zahlreiche Anwesende war, so dass die Diskussion eine rege und engagierte Beteiligung erfuhr. So wurde beispielsweise gefragt, wie politische Bildung in Russland aussehe und wie sich diese verbessern ließe. Eine weitere Frage, die Herr Dr. Gontmacher als besonders gelungen lobte, bezog sich auf mögliche Parallelen zwischen der Volksrepublik China und der Russischen Föderation im Bereich der wirtschaftlichen Entwicklung in einem politisch autoritär geprägten System. Mit rund 100 Gästen war die Veranstaltung sehr gut besucht, was auf eine insgesamt positive Resonanz als Reaktion auf die gewählte Thematik und die geladenen hochkarätigen Gastreferenten zurückzuführen ist.