Freitag, 23. September 2011

sehr geehrte Verfasser des "offenen Briefes",

die Jury zur Vergabe des "Preises für die Freiheit und Zukunft der Medien" hat mit ihrer Auszeichnung vor allem die mutige journalistische Arbeit von Herrn Kaschin gewürdigt: seine Enthüllungen hätten ihn beinahe das Leben gekostet, er wurde brutal zusammengeschlagen, leidet heute noch unter den Folgen und macht dennoch unerschrocken weiter.

Wir haben die von Ihnen gegen Oleg Kaschin erhobenen Vorwürfe nach bestem Wissen und Gewissen geprüft. Dies haben wir getan, obgleich wir Sie und Ihre Organisation nicht kennen. Wir haben es getan, weil uns größtmögliche Sorgfalt und Transparenz unserer Entscheidung wichtig sind. Auf unseren Internet-Seiten haben wir das Verfahren der Preisfindung noch einmal detailliert dargestellt.

Die der Juryentscheidung zugrundeliegenden Sachverhalte sind nach Kenntnis der Stiftung unbestritten.

Wir haben, wie es sich in unseren Augen gehört, auch dem Betroffenen selbst Gelegenheit gegeben, sich zu äußern. Dies hat er in beeindruckender, sehr überzeugender Weise getan. Er hat offen über seine persönliche Entwicklung gesprochen, auch über Irrtümer und Wandlungen.

Wir sind der Meinung, dass jedem Menschen das Recht zustehen sollte, eigene Irrtümer korrigieren zu dürfen, sei es durch Worte oder Taten. Unser Respekt gilt denen, die dies können und tun.

Oleg Kaschin gehört in unseren Augen dazu. Auch vor diesem Hintergrund sind wir von der Richtigkeit unserer Entscheidung überzeugt.

Mit freundlichen Grüßen
Direktor Stiftungen der Sparkasse Leipzig

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